Klettern: Die sächsischen Regeln
Jeder Sachsen-Neuling ist gut beraten, sich vor einer Fahrt ins Elbsandsteingebirge sehr intensiv mit den dort geltenden Kletterregeln vertraut zu machen und diese auch ohne Vorbehalt akzeptieren. Nicht nur die Landschaft, sondern auch die Art und Weise, wie man sich auf die Gipfel bewegt, sind einmalig und müssen erhalten bleiben. Die sächsischen Regeln machen eine Kletterfahrt für Gäste zu einem ganz besonderen Erlebnis.
Was sind die feinen Unterschiede?
- Die Schwierigkeitsgrade haben gegenüber UIAA eine Tendenz zum Leichteren; eine sächsische VIIa könnte man grob mit einer V+ vergleichen.
- Dagegen sind die Absicherungen ain aller Regel etwas rarer als in UIAA-Gebieten: Die Ringabstände sind > 5m; Zwischensicherungen muß man sich selber suchen und mit Hilfe von Schlingen realisieren.
- Magnesium ist verboten; wer sich einen Weg im Vorstieg nicht zutraut, möge es bleiben lassen, das ist keine Schande. Die Erstbegeher haben die Wege früher auch ohne dieses Hilfsmittels angelegt, und die hatten es bekanntlich schwerer als jeder Nachmacher.
- Man geht zumeist und vorteilhafterweise in Seilschaften, in denen stets einer führt (vorsteigt); Toprope ist hier nicht angebracht. Sportklettern kann man auch woanders.
- Nur Vorstiege werden als vollwertige Begehung angesehen; und dies auch nur dann, wenn die letzte Begehung des Weges (auch im Nachstieg) mindestens zwei Jahre zurückliegt und wenn der Weg nicht vorher durch Abseilen an der Wand auskundschaftet oder abgesichert wurde.
Man geht hier sehr kameradschaftlich und herzlich miteinander um. Es gibt keinen Leistungsdruck, niemand muß sich profilieren. Auch ist es üblich, einen unbekannten Nachsteiger mitzunehmen, wenn dieser spontan danach fragt.
Regeln des SBB (sächsischer Bergsteigerbund)