Das Klettergebiet der sächsischen Schweiz

Jürgen Langhans

Die Sächsische Schweiz gehört zu den bizarrsten, empfindlichsten und lohnendsten Klettergebieten Deutschlands. Aber nicht nur das Angebot an wunderschönen Sandsteinwegen aller Schwierigkeitsgrade macht dieses Kleingebirge so wertvoll, sondern auch die Art und Weise, wie dort die freie Kletterei gepflegt wird. Wer das Klettern in Sachsen gelernt hat und mit den sächsischen Kletterregeln groß geworden ist, dürfte wohl überall auf der Welt zurechtkommen.

Abgesehen davon, daß wohl so ziemlich alle bekannten und anerkannten Klettertechniken vorkommen, entwickelt sich dort in der Regel ein ganz besonders kameradschaftlicher Halt. Hier bilden sich die wertvollsten und stabilsten Freundschaften. Man kann dies nicht vergleichen mit der heutigen "Mode" des Kletterns, dem top rope, den teilweise übersicherten Wegen, dem "das muß man eben auch mal schnell gemacht haben". In Sachsen muß man schon mal die Hände aus den Taschen nehmen, um sich eigene Sicherungen zu suchen und überhaupt erst mal den Weg zu finden. Man geht fast immer in Seilschaften, meist in Einzelführung: Einer steigt vor, alle anderen steigen nach. Top rope ist nicht notwendig und wird auch nicht als vollwertige Begehung anerkannt. Oben gibt's ein "Berg heil", und man trägt sich mit gutem Gewissen ins Gipfelbuch ein.

Sachsen ist nichts für "Kurz hier - kurz da mal - Kletterer", nichts für Laborkinder, die an künstlichen Kletterwänden groß geworden sind und sich dort am wohlsten fühlen, weil jeden Meter ein Haken entgegenkommt.

Brosinandel

Im Gebiet der Affensteine aufgeommen: Im Vordergrund sehr markant die Brosinadel, Alter Weg IV, im Hintergrund links der Hohe Torstein (Schrammsteine mit gut sichtbarem Schrammtor) und rechts der berühmte 96 m hohe Falkenstein mit dem noch berühmteren Schusterweg (III*)