Klettern: Die Anfänge

Probenkeller der Songgruppe der TU Dresden. Ecki kam wieder mal zu spät zur Probe. "Ich hab Dir doch schon mal gesagt, daß ich Donnerstags immer Training habe und daher nicht eher kann!", verteidigte er sich. Ich: "Was trainierst Du eigentlich?" - "Klettern". Da ich Ecki mit seiner eher "unsportlichen" Erscheinung nicht besonders viel zutraute und da für mich "echte Bergsteiger" ein für mich unerreichbares athletisches Niveau darstellten, sagt ich ihm, daß unsere Probe wichtiger sei als irgendwo auf Berge zu steigen. "Nein, wir klettern aber richtig, mit Seil und an Felsen, nicht was Du denkst", sagt Ecki, und ich wurde neugierig. "So richtig in echt mit Haken und an senkrechten Wänden? Das machst Du?" - "Ja." Und ein wenig später schlug er vor: "Komm doch einfach mal mit!" Ich entgegnete: "Kann das denn jeder?" - "Ja, das kann jeder." - "Ich auch?" - "Ja, Du auch." Und so stand ich am 2. November 1981 vor Kälte und vor Angst schlotternd auf dem etwa 10 m hohen Laasenturm.

Im Jahr darauf fuhr ich - über den Jahreswechsel wieder mutig geworden - in ein Kletterlager der TU Dresden mit und lernte klettern. Für mich war dieser Schritt und die sich einstellenden kleinen Erfolge eine unglaubliche Leistungen und steigerten enorm mein Selbstvertraunen. Während der Schulzeit war ich eine absolute sportliche Niete; das Klettern auf Bäume endete bei mir noch im sechsten Lebensjahr auf einem Ast in einem halben Meter Höhe. An Barren, Reck oder Bock ging gar nichts; vor Bällen reiße ich heute noch aus. Die Berge lernte ich jedoch später gut kennen und lieben. Sehr oft verbrachte ich meine Freizeit mit Wandern in der sächsischen Schweiz und in der Hohen Tatra.

Von 1984 bis 1988 war ich Übungsleiter Klettern. Fast jedes Wochenende pendelte ich zwischen Königs Wusterhausen und Dresden.

Fuchs

Es gibt einen unscheinbaren, aber für mich herausragenden Menschen, dem ich viele wunderschöne Klettererlebnisse zu verdanken habe: Christian Reinicke, unser "Fuchs". Heute ist er ein in der Region Dresden recht bekannter Maler (Bild), damals war er Sportlehrer an der TU Dresden und gründete in den 70-er Jahren die Klettergruppe der TU, heute ASD (Akademische Sektion Dresden im SBB).

Kletterfreundschaften halten länger als ein Leben.